Crowdfunding ist eine Möglichkeit Start-Ups zu finanzieren. Oder? Seit einiger Zeit sprießen immer mehr Finanzierungsplattformen aus dem Boden und bieten ein breites Spektrum an Möglichkeiten an. Egal ob ein Musiker sein neues Album finanzieren will, ein Start-Up ein neues Produkt auf den Markt bringen will oder eine Privatperson sich einfach nur Geld für ein neues Auto leihen will – die Masse an entsprechenden Plattformen ist enorm. Allerdings schwirren auch einige Begriffe wie Crowdinvesting oder Crowdlending umher. Welcher Begriff deckt eigentlich welche Leistungen ab?

Crowdfunding

Dieser Begriff steht für alle Projekte, bei denen Geld aus mehreren Quellen für einen bestimmten Zweck gesammelt wird. Dieser Zweck sollte ein vorher definiertes Gut sein. Hierbei kann es sich beispielsweise um einen 3D-Drucker, ein Spiel für Konsolen oder ein Brettspiel handeln. Aber auch immaterielle Produkte wie Veranstaltungen oder Konzerte sind möglich. Wichtig ist hierbei nur, dass ein konkretes Produkt im Vordergrund steht. Beim Crowdfunding sind die Geldgeber Privatpersonen, welche sich besonders für ein Produkt interessieren. Über diese Plattform ist es den Fans nun möglich beispielsweise den Produzenten ihres Lieblingsfilms zu helfen, eine Fortsetzung zu produzieren.

Crowdinvesting

Der Begriff „Crowdinvesting“ steht sehr nah zu Crowdfunding. Nur das hier nun nichtmehr das Produkt im Vordergrund steht, sondern das Unternehmen. Bei dem Crowdinvesting werden Start-Ups oder Unternehmen von vielen Geldgebern (Mikroinvestoren, Investoren, Anleger) finanziert. Diese Geldgeber erwarten im Gegensatz eine angemessene längerfristige Vergütung für ihre Investitionen. Falls das Unternehmen jedoch nicht erfolgreich ist und scheitert, kann der Investor aber auch sein investiertes Geld verlieren.

Crowdlending

Bei dem Crowdlending werden nun Kredite an Privatpersonen oder Unternehmen verliehen. Dies geschieht auch wieder über die Crowd, also viele einzelne Personen verleihen zusammengefasst einen einzelnen großen Betrag. Unterschieden wird hierbei in Peer-to-Peer (P2P) oder Peer-to-Business (P2B). Peer-to-Peer ist eine reine Vermittlung von privaten Kreditgebern zu privaten Kreditnehmern. Peer-to-Business beschreibt die Vergabe von Krediten durch private Personen an Unternehmen.

Crowdfunding-Plattformen

Kickstarter

Crowdfunding

Logo von Kickstarter. Quelle: www.kickstarter.com

Die weltweit größte Crowdfunding Plattform darf in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Im Fokus stehen hier kreative Projekte, egal ob Filme, Musik, Kunst, Theater und vieles mehr. Diese Plattform wurde im April 2009 gestartet. Seitdem haben dort mehr als 11 Millionen Menschen mit 2,3 Milliarden $ über 100.000 Projekte belebt.

Jeder Projektgründer ist verpflichtet, ein bestimmtes Finanzierungsziel festzusetzen. Für dieses Ziel muss auch eine bestimmte Frist festgelegt werden. Wird diese Frist mit dem festgelegten Ziel nicht erfüllt, schlägt die Finanzierung fehl – die Konten der Investoren werden nicht belastet. Falls sich das Projekt als erfolgreich herausstellt, fließt Geld. Somit finanziert sich auch Kickstarter. 5% des Finanzierungsbetrages werden von Kickstarter einbehalten. Übrigens: Die Unterstützer erhalten durch ihr finanzielles Engagement keinen direkten Vorteil in Form von Unternehmensanteilen oder Kapitalerträgen. Auf Kickstarter werden Projekte nur aus Faszination zu einem Produkt finanziert.

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Startnext

Crowdfunding

Das Team von Startnext. Copyright: Startnext

Diese Webseite ist die größte Crowdfunding Plattform in Deutschland. Gefördert werden hier ebenfalls kreative oder nachhaltige Ideen. Diese Plattform wurde 2010 von der IT-Firma tyclipso.net entwickelt und hat bis jetzt 3500 erfolgreiche Projekte durch fast 29 Mio. € finanziert.

Die Finanzierung der Plattform wird den Nutzern nach einer kostenlosen Anmeldung selbst überlassen. Das heißt nach einem erfolgreichen Projekt kann jeder selbst bestimmen, wie viel jemand davon an Startnext abzweigt. Die Transaktionskosten für die diversen Zahlmethoden liegen bei 4%.

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Crowdinvesting-Plattformen

Seedmatch

Crowdfunding

Das Logo von Seedmatch. Quelle: www.seedmatch.com

Gelaucht 2011, stellt diese Plattform nach eigenen Angaben die erste Crowdfunding Plattform für Start-Ups in Deutschland dar – oder auch Equity-based-Crowdfunding Plattform genannt (auf Beteiligungskapital basierend). Im deutschen Sprachraum hat sich allerdings das Synonym Crowdinvesting durchgesetzt. Das dresdner Unternehmen hat bis jetzt 86 Start-Ups finanziert, von denen 13 Start-Ups gescheitert sind. Auf der Seite treffen sich ca. 46.000 Investoren. Ungefähr 10.000 Investoren sind an mindestens einem Investment beteiligt.

Seedmatch verdient sein Geld, in dem es bei einer erfolgreichen Crowdinvesting Kampange 5-10% der Summe einbehält. Die Investments für Privatpersonen starten ab 250€.

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Bergfürst

Crowdfunding

Die Gründer von Bergfürst. Quelle: www.bergfuerst.com

Das berliner Unternehmen wurde im Dezember 2011 gegründet. Seit dem konnte das Crowdinvesting Unternehmen bereits 13.000 Nutzer generieren.

Auf Bergfürst ist es möglich, sich ab 10€ an Projekten zu beteiligen. Dies können junge Unternehmen oder auch Immobilien sein. Zwischenzeitlich hatte dieses Unternehmen eine Bankenlizenz (BaFin). Diese wurde jedoch wieder aufgrund eines Strategiewechsels aufgegeben. Mit dieser Bankenlizenz war es möglich, Anteile an Immobilien und Start-Ups auch an der Börse zu handeln.

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Crowdlending-Plattformen

Auxmoney

Crowdfunding

Das Logo von Auxmoney. Quelle: www.auxmoney.com

Mit 85% hat Auxmoney den größten Anteil aller Plattformen in dem Crowdlending Sektor in Deutschland. Im Jahr 2007 wurde das Unternehmen gegründet und hat seit dem mehr als 75.000 Projekte finanziert. Die Philosophie dieses Anbieters liegt in der direkten Verbindung von Kreditgeber zu Kreditnehmer durch einen Online-Marktplatz. Damit soll das traditionelle Konzept der Bank über den Haufen geworfen werden.

Kredite werden hier ab 1000€ vergeben. Der Vorteil gegenüber einer Bank ist beispielsweise die Vergabe von Krediten an normalerweise bonitätsschwache Personen, wie Studenten oder Selbstständige. Für Anleger gibt es im Durchschnitt 5,5% Rendite, wovon 1% als Gebühr an Auxmoney gehen.

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Funding Circle

Die Gründer von Funding Circle. Quelle: www.fundingcircle.com

Funding Circle ist der weltweit führende Crowdlending Anbieter für Unternehmenskredite (Peer-to-Business). Seit der Gründung 2010 ist das Unternehmen bereits international expandiert. Die Summe der bereits finanzierten Unternehmenskredite beträgt 1,8 Milliarden Euro.

Um auf dieser Crowdlending Plattform einen Kredit zu beantragen muss ein Unternehmen mindestens einen Umsatz von 100.000€ und ein Mindestalter von 2 Jahren vorweisen. Ab 3,79% p.a. starten die Kredite für Firmen. Investoren können aus sechs Risikoklassen wählen. Je nachdem welche Risikoklasse gewählt worden ist, betragen die Renditen zwischen pro anno 2,79% und 15,61%. Funding Circle finanziert sich durch Gebühren, welche bei einer längeren Laufzeit des Kredites ansteigen. So werden bei einer Laufzeit von 6 Monaten 1% als Gebühr erhoben, während bei einer Laufzeit von 60 Monaten 4,5% einbehalten werden.

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